Bar eröffnen | So gelingt Ihnen der Einstieg in die Gastronomie

Bar eröffnen | So gelingt Ihnen der Einstieg in die Gastronomie

Fragt man verschiedene Menschen nach ihren Träumen, antworten erstaunlich viele: Eine eigene Bar. Tatsächlich erfreut sich dieses Geschäftsmodell in all seinen Varianten nach wie vor größter Beliebtheit – und das, obwohl es weitaus bequemere Wege in die Selbstständigkeit gäbe. Fakt ist: Eine Bar eröffnen ist kein Kinderspiel. Zu den offensichtlichen Hürden wie Immobiliensuche, Bürokratie-Marathon und Finanzierung gesellen sich schnell Probleme, mit denen kaum einer zu Beginn gerechnet hätte. Was Sie bei der Gründung einer Bar alles beachten müssen, verrät Ihnen dieser Beitrag.

Voraussetzungen, um eine Bar zu eröffnen

Ehe Sie sich in den laufenden Gastronomie-Betrieb stürzen können, gilt es zunächst einmal, sich mit den Voraussetzungen für eine Bar-Eröffnung auseinanderzusetzen. Eines gleich vorweg: Auf Sie wartet sehr viel Bürokratie. Wer hierauf von vornherein keine Lust hat, kann sich direkt von seinem Traum von einer eigenen Bar wieder verabschieden.

Zu den wichtigsten Dokumenten, die Sie vorweisen müssen, gehören:

  • Gewerbeschein 
  • Abnahme durch das Bauordnungsamt
  • Genehmigung für Bewirtung im Freien (Biergarten)
  • Gaststättenkonzession für den erlaubten Ausschank alkoholischer Getränke
  • GEMA-Lizenz, um Musik abspielen zu können
  • Gesundheits-/Hygienepass

Bar eröffnen - Sie sollten schon Erfahrungen in dieser Branche haben.

Abgesehen von diesen bürokratischen Voraussetzungen müssen Sie natürlich auch noch einige persönliche Fähigkeiten mitbringen, um eine Bar eröffnen zu können. Die wichtigste Information gleich vorweg: Als zukünftiger Bar-Besitzer müssen Sie keinen gastronomischen Beruf erlernt haben. Auch ein Studium, dass Sie als Inhaber einer Bar qualifiziert, ist nicht notwendig.

Allerdings ist es überaus sinnvoll, Berufserfahrungen zu sammeln, ehe Sie den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Wenn Sie selbst als Barkeeper oder Kellner arbeiten oder mal gearbeitet haben, können Sie viel besser abschätzen, welche (körperlichen) Herausforderungen auf Sie zukommen, wenn Sie mit der Gastronomie Ihren Lebensunterhalt verdienen wollen.

Auch grundsätzliches Wissen im kaufmännischen beziehungsweise betriebswirtschaftlichen Sektor ist alles andere als hinderlich, wenn Sie eine Bar eröffnen wollen. Falls Ihnen das entsprechende Know-How bisher noch fehlt, können Sie beispielsweise ein Seminar der Industrie- und Handelskammer oder der Bundesagentur für Arbeit besuchen.

Bar eröffnen: Persönliche Voraussetzungen im Überblick

  • kaufmännisches Grundwissen
  • Berufserfahrungen in der Gastronomie (beispielsweise als Kellner oder Barkeeper)
  • Kommunikationsbereitschaft
  • soziale Kompetenz
  • Verhandlungsgeschick
  • gutes Gespür für Zahlen
  • Kontaktfreude / gutes Netzwerk
  • Führungsqualitäten
  • Empathie

Wie viel Startkapital braucht man, um eine Bar zu eröffnen?

Wer eine Bar eröffnen will, stößt früher oder später immer auf ein nicht zu unterschätzendes Problem: Die Finanzen (die immer mehr schrumpfen).

An dieser Stelle muss mit aller Deutlichkeit darauf hingewiesen werden, dass die Eröffnung einer Bar wirklich viel Geld kostet. Wenn Sie sich dieser Aufgabe stellen wollen, sollten Sie im besten Fall einen sechsstelligen Betrag auf der hohen Kante haben und bestenfalls noch einen guten Puffer für Notfälle zurücklegen.

Um eine Bar zu eröffnen benötigt man ausreichend Startkapital.

Da die wenigsten Menschen so viel Geld auf dem Sparbuch haben, ist es fast schon unausweichlich, sich auf die Suche nach externen Geldgebern zu machen. Wenn Sie im Team gründen, können Sie die finanzielle Belastung zwar aufteilen, machen sich aber auch automatisch von einer anderen Person abhängig. Gerade in Situationen, in denen schnelle Entscheidungen gefordert sind, kann sich das als großer Nachteil herausstellen.

Fakt ist auf jeden Fall: Zu Beginn Ihres Bar-Abenteuers müssen Sie ziemlich viel Geld investieren, beispielsweise für:

  • Möbel
  • Innenausstattung
  • Tapeten
  • Fußbodenbelag
  • Zapfanlage
  • Gläser, Teller, Schalen und Co.
  • Beleuchtung
  • Deko
  • Miete
  • Nebenkosten
  • Personalkosten
  • Versicherungen
  • Getränke
  • Lebensmittel
  • Arbeitskleidung

Die Liste könnte natürlich um weitere Punkte ergänzt werden, die je nach Art und Ausrichtung Ihrer Bar variieren. Wenn Sie beispielsweise Snacks und warme Speisen anbieten wollen, müssen Sie mehrere zehntausend Euro für eine Küche inklusive Ausstattung einplanen. Auch der Entertainment-Sektor kostet Geld. Wer seine Gäste nicht nur verpflegen, sondern auch bespaßen will, kann beispielsweise in einen Billardtisch, Dartscheiben, Tischfußball und ein Sky-Abonnement investieren.

Wenn Sie eine Bar eröffnen, müssen Sie sich für eine Zielgruppe entscheiden.

Die richtige Nische finden

Machen wir uns nichts vor: Bars gibt es in nahezu jeder Stadt wie Sand am Meer. Eine kurze Analyse des Marktes wird Ihnen zeigen, dass Ihnen eines nie ausgehen wird – und zwar die Konkurrenz.

Um einen erfolgreichen Gastronomiebetrieb zu etablieren, ist Positionierung das A und O. Oder mit anderen Worten: Eröffnen Sie eine Bar, die sich von der breiten Masse abhebt und als einzigartig wahrgenommen wird. Natürlich handelt es sich hierbei um eine große Herausforderung, doch zum Glück gibt es zahlreiche Möglichkeiten.

Im ersten Schritt Ihrer Überlegungen sollten Sie sich immer fragen, welche Klientel Sie ansprechen wollen. Eher das „gehobene Publikum“ oder Studenten? Sport-Fans oder Frauengruppen? Die Definition Ihrer Zielgruppe ist Ihnen maßgeblich dabei behilflich, das Profil Ihrer Bar zu schärfen.

Weiterhin ist es wichtig, ein Alleinstellungsmerkmal zu finden, dass Sie eindeutig von den anderen Bars in der Umgebung unterscheidet. Hierbei kann es sich beispielsweise um eine besonders originelle Inneneinrichtung handeln oder auch um die längste Cocktail-Karte der Stadt. Vielleicht wollen Sie auch ein bestimmtes Thema wie beispielsweise „Wilder Westen“ oder „Sommer auf Ibiza“ aufgreifen. Eine andere Möglichkeit der Positionierung sind diverse Aktionen wie beispielsweise Karaoke-Partys oder Public Viewings. Sie merken schon: Die Möglichkeiten, sich von der Masse abzuheben, sind wirklich vielfältig. Ergreifen Sie die Chancen, die Ihnen geboten werden.

Wenn Sie eine Bar eröffnen, kann es den Anwohner schnell zu laut werden.

Ärger mit den Anwohnern: Normalität für Bar-Besitzer

Ein Faktor, den die wenigsten Bar-Gründer bei der Eröffnung berücksichtigen, sind die Anwohner. Diese wiederum sind häufig alles andere als begeistert, wenn Sie erfahren, dass in ihrer Nachbarschaft eine neue Bar eröffnet. Denn das bedeutet in erster Linie eines: Lärm bis tief in die Nacht.

Wenn Sie möglichst wenig Ärger mit den Anwohnern haben wollen, sollten Sie schon vor der Eröffnung Ihrer Bar entsprechende Maßnahmen einleiten. Was viele Nachwuchs-Gastronomen beispielsweise nicht wissen: Manche Ordnungsämter geben Auskunft darüber, wie häufig sich Anwohner in gewissen Gegenden beschweren. Wenn Sie eine solche Information erhalten und feststellen müssen, dass Ihre potentiellen Nachbarn grundsätzlich auf Krawall gebürstet sind, ist es sinnvoller, Ausschau nach einer Alternativ-Immobilie zu halten.

Generell gilt: Je belebter und zentraler die Gegend „von Haus aus“ ist, desto toleranter sind die Anwohner. Immerhin wissen sie, in was für ein Viertel sie gezogen sind. Wollen Sie Ihre Bar hingegen in einer ruhigeren Gegend oder in einem Randgebiet eröffnen, sollten Sie sich auf die eine oder andere Auseinandersetzung mit den Anwohnern gefasst machen. 

Bilder: www.pixabay.com

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