Bastelladen eröffnen | Mit dem Hobby in die Selbstständigkeit

Bastelladen eröffnen | Mit dem Hobby in die Selbstständigkeit

Sie träumen schon seit Längerem von einem eigenen Geschäft, das Ihnen dabei hilft, Ihr Hobby zum Beruf zu machen? Vielleicht sind Sie ja ein leidenschaftlicher Bastler und lieben es, Ihrer Kreativität in Do it yourself-Projekten freien Lauf zu lassen. In diesem Fall sollten Sie unbedingt darüber nachdenken, einen eigenen Bastelladen zu eröffnen. Als lokaler Einzelhändler hat man es heutzutage definitiv nicht mehr ganz leicht – doch wenn Sie die Selbstständigkeit von Anfang an ernst nehmen und auf ein paar wichtige „Spielregeln“ achten, dann hat Ihr Business durchaus Aussichten auf Erfolg.

Welche Rechtsform für einen Bastelladen?

Ganz klar: Wer einen Bastelladen eröffnen möchte, der muss ein Gewerbe anmelden. Andernfalls wäre es kein offizielles Geschäft und obendrauf auch noch strafbar.

Wenn Sie sich selbstständig machen wollen, sollte Sie einer Ihrer ersten Wege direkt zum Gewerbeamt führen. Hier können Sie Ihr Gewerbe anmelden, indem Sie den sogenannten Gewerbeschein ausfüllen. Das Dokument ist im Übrigen auch online verfügbar und kann digital beim zuständigen Amt eingereicht werden.

Welche Rechtsform für einen Bastelladen?

Egal ob analog oder digital – wenn Sie den Gewerbeschein ausfüllen, müssen Sie auf jeden Fall angeben, für welche Rechtsform Sie sich entscheiden. Als Inhaber eines Geschäfts für Bastelbedarf haben Sie verschiedene Optionen, die an dieser Stelle kurz umrissen werden sollen:

  • Einzelunternehmen: Als Einzelunternehmer müssen Sie sich nur wenigen bürokratischen Hürden stellen. Der Gründungsprozess ist ziemlich einfach und auch später gibt es nur relativ wenig zu beachten. Ein Stammkapital wird nicht benötigt. Allerdings müssen Sie auch wissen, dass Sie im Falle des unternehmerischen Scheiterns mit Ihrem Privatbesitz haften.
  • GbR: Auch die GbR geht immer mit der uneingeschränkten Haftung einher. Der Vorteil gegenüber dem Einzelunternehmen ist jedoch, dass Sie das Abenteuer Selbstständigkeit meist im Team auf sich nehmen und die Haftung auf mehrere Gesellschafter aufgeteilt werden kann.
  • GmbH: Wenn Sie sich bestmöglich absichern wollen, dann sollten Sie über die Gründung von einer GmbH nachdenken. Diese Rechtsform genießt in Deutschland ein außerordentlich gutes Ansehen und wird Ihnen dabei helfen, sich schnell als Geschäft zu etablieren. Wenn Sie mit diesem scheitern, müssen Sie nur mit Ihrem betrieblichen Besitz haften. Um eine GmbH gründen zu können, müssen Sie 25.000 Euro Stammkapital vorweisen. Außerdem ist der bürokratische Prozess um einiges komplizierter als bei der Gründung von einem Einzelunternehmen oder einer GbR.
  • UG (haftungsbeschränkt): Die haftungsbeschränkte Unternehmensgesellschaft wird gern als „kleine Schwester“ der GmbH bezeichnet. Sie kommt mit ähnlichen Vorzügen daher, verlangt allerdings nur nach einem symbolischen Stammkapital in Höhe von einem Euro. Die Geschäftsform UG (haftungsbeschränkt) ist vor allem in der Startup-Szene sehr beliebt. Doch auch manche traditionellen Einzelhändler entscheiden sich hierfür.

Info: Wenn Sie sich für eine Rechtsform entschieden haben und diese irgendwann ändern wollen, dann ist das durchaus möglich. Viele Einzelunternehmer beschließen beispielsweise irgendwann eine Umfirmierung zur GmbH. Ein solcher Prozess ist nicht ausgeschlossen, verlangt aber nach viel Zeit.

Der richtige Standort für einen Bastelladen

Der richtige Standort für einen Bastelladen

Bevor Sie einen Bastelladen eröffnen können, müssen Sie selbstverständlich ein passendes Ladengeschäft finden. Gleich vorweg: Diese Aufgabe mag einfach klingen, treibt aber so manchen Einzelhändler in der Gründungsphase an den Rand des Wahnsinns.

Generell empfiehlt es sich, die Augen ab dem Moment, in dem Ihre Idee geboren wird, offen zu halten. Selbst wenn Sie Ihr Gewerbe noch nicht offiziell angemeldet haben, kann es nicht schaden, Ausschau nach Möglichkeiten zu halten. Weiterhin ist es sinnvoll, Ihren Freundes- und Bekanntenkreis zu involvieren und über Ihre Pläne zu berichten. Gerade in kleineren Städten stehen die Chancen gut, dass irgendjemand irgendetwas aufschnappt und Ihnen einen guten Tipp geben kann. Ansonsten gilt immer auch: Recherchieren Sie im Internet und nehmen Sie Kontakt zu einem Immobilienmakler auf.

Bei der Wahl Ihres Standortes kommt es grundsätzlich auf zwei Aspekte an: Die harten Fakten und Ihr Bauchgefühl. Zu den harten Fakten gehören beispielsweise:

  • (zentrumsnahe) Lage
  • gute Erreichbarkeit mit Auto und öffentlichen Verkehrsmitteln
  • Parkmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe
  • ausreichend viel Platz
  • gute Lichtverhältnisse
  • Miete und Nebenkosten
  • Aufteilung der Räume
  • Entfernung zu Konkurrenz-Geschäften

Wenn rein rational alles für dieses Ladengeschäft spricht, sollten Sie immer auch noch kurz in sich hineinhören. Was sagt Ihr Bauchgefühl zu dem Geschäft? Ist es genau so, wie Sie es sich vorgestellt haben? Oder sind Sie vielleicht unterbewusst ein paar Kompromisse eingegangen? Können Sie es sich vorstellen, hier die nächsten Jahre zu arbeiten? Natürlich sind Fakten etwas, woran man sich festhalten kann, doch werden Ihnen viele Unternehmer bestätigen können, dass nicht nur die rationalen Aspekte bei einer Entscheidung berücksichtigt werden sollten.

Das Sortiment: Was sollen Kunden in Ihrem Laden finden?

Das Sortiment: Was sollen Kunden in Ihrem Laden finden?

Um einen Bastelladen eröffnen zu können, sollten Sie sich im Vorfeld natürlich ganz genau überlegen, was Sie alles in Ihr Sortiment aufnehmen wollen. Denn wie Sie sicherlich wissen, ist die bunte Welt des Bastelns extrem vielfältig. Alle Facetten und Möglichkeiten in einem Laden zu bündeln ist nahezu unmöglich.

Umso wichtiger ist es, dass Sie sich überlegen, was Sie in Ihrem Laden anbieten wollen. Durch die Auswahl von Produkten schärfen Sie automatisch Ihr Profil und entwickeln ein Konzept, das sich bestenfalls durch Ihr gesamtes Business zieht.

Tipp: Definieren Sie Ihre Zielgruppe. Wenn Sie diese kennen, wird es Ihnen automatisch leichter fallen, Ihr Sortiment zu bestimmen.

Produkte auch online verkaufen?

Wenn Sie einen Bastelladen eröffnen wollen, werden Sie mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit schnell auf Gegenwind stoßen. Der häufigste Einwand: Mit einem analogen Laden kann man doch heutzutage, da jeder nur noch online bestellt, nichts mehr verdienen.

Produkte auch online verkaufen?

Ja, es ist eindeutig schwieriger geworden – doch es ist noch längst nicht unmöglich. Wenn Sie es schaffen, sich am Markt zu etablieren und den Kunden möglichst viele verschiedene Produkte anbieten, dann haben Sie sehr gute Chancen, von Ihrem Bastelladen zu leben.

Falls Sie nichts dem Zufall überlassen wollen, können Sie außerdem darüber nachdenken, parallel zum Offline-Geschäft auch noch einen Online-Handel für Bastelbedarf aufzubauen. Alternativ gibt es auch die (etwas weniger aufwändige) Möglichkeit, Ihre Produkte auf Online-Marktplätzen wie Amazon, Ebay und Dawanda einzustellen.

Was Sie hierbei unbedingt beachten müssen: Aktivitäten im E-Commerce (egal in welcher Form) werden sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Zeit, die Sie eventuell besser nutzen, um Ihr analoges Geschäft voranzubringen. Ob es gut oder weniger gut ist, die Produkte auch online anzubieten, müssen Sie letztendlich selbst entscheiden.

Bilder: www.pixabay.com

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