Jugendherberge eröffnen | Was Sie dabei alles beachten müssen

Jugendherberge eröffnen | Was Sie dabei alles beachten müssen

Nicht nur Schulklassen, sondern auch viele junge Leute, die unabhängig und preiswert reisen wollen, suchen für ihre Übernachtungen häufig nach Jugendherbergen. Da der Bedarf und die Nachfrage in den letzten Jahren stetig zugenommen haben, ist es durchaus sinnvoll, jetzt eine Jugendherberge zu eröffnen. Doch Vorsicht! Nicht jeder, der eine kostengünstige Unterkunft für Gruppen, Paare und Einzelpersonen anbietet, ist automatisch Besitzer einer Jugendherberge. Was Sie alles wissen müssen, wenn Sie eine Jugendherberge eröffnen wollen, verrät Ihnen der nachfolgende Beitrag.

Welche Genehmigungen braucht man, um eine Jugendherberge zu eröffnen?

Wer eine Jugendherberge beziehungsweise ein Hostel eröffnen will, muss keine persönliche Eignung nachweisen. Auch eine entsprechende Ausbildung im Gastgewerbe ist keine Voraussetzung für dieses Business.

Anders verhält es sich allerdings im Hinblick auf die Räumlichkeiten, in denen sich die Unterkunft befinden soll. Diese müssen verschiedene Kriterien erfüllen und eine Genehmigung vom Bauordnungsamt erhalten. Erst wenn Sie diese Genehmigung haben, können Sie ein Gewerbe anmelden und Ihre Jugendherberge eröffnen.

Info: Um die Genehmigung zu erhalten, muss Ihr Hostel alle Vorschriften für Übernachtungsbetriebe erfüllen. Hierzu gehören Punkte wie Hygiene und Brandschutz.

Die passende Rechtsform für Jugendherbergen und Hostels

Jugendherbergen und Hostels gehören zu den Beherbergungsbetrieben und sind somit eindeutig als Gewerbe zu verstehen. Um Ihr Business von Anfang an rechtskonform aufbauen zu können, ist es unverzichtbar, dieses beim zuständigen Gewerbeamt anzumelden. Auf dem Gewerbeschein müssen Sie unter anderem angeben, welche Rechtsform Sie für Ihre Jugendherberge beziehungsweise Ihr Hostel gewählt haben. In Frage kommen beispielsweise diese:

  • Einzelunternehmen: kein Stammkapital nötig, vollständige Haftung
  • GbR: geeignet für mehrere Gesellschafter, gleiche Vor- und Nachteile wie beim Einzelunternehmen
  • GmbH: Stammkapital in Höhe von 25.000 Euro benötigt, beschränkte Haftung
  • UG (haftungsbeschränkt): Stammkapital in Höhe von 1 Euro benötigt, beschränkte Haftung

Die Eröffnung einer Jugendherberge sollte gut geplant werden.

Hostel gründen: Mit einem Businessplan nie den Überblick verlieren

Renovierungsarbeiten, der Einkauf von Möbeln und anderen Einrichtungsgegenständen, die Analyse der Konkurrenz und der Zielgruppe(n) – wer eine Jugendherberge eröffnen möchte, muss im Vorfeld einiges beachten, in die Wege leiten und genau unter die Lupe nehmen.

Damit Sie hierbei stets den Überblick behalten und sich am Ende nicht hoffnungslos verkalkulieren, ist es sinnvoll, einen Businessplan für Ihre Jugendherberge beziehungsweise Ihr Hostel zu erstellen. Dieser Plan hilft Ihnen nicht nur dabei, Ausgaben und Einnahmen zu kalkulieren, sondern auch, ein einheitliches Konzept auszuarbeiten. Denn eines ist klar: Es gibt in jeder Stadt etliche Unterkünfte, die als Hostel oder Jugendherberge bezeichnet werden können. Wer sich hier als Neuling postieren will, muss seinen Gästen einiges bieten und durch Einzigartigkeit brillieren.

So stechen Sie aus der Masse heraus

Hostels sind zur Zeit schwer angesagt. Vor allem das jüngere Zielpublikum bevorzugt die günstigen Unterkünfte, wenn es darum geht, in coole Städte zu reisen. Dass man hier nur wenig Privatsphäre hat und auf viele andere Annehmlichkeiten verzichten muss, ist ihnen egal – solang sie eine gute Internetverbindung vorfinden.

Trotz dieser allgemeinen Genügsamkeit kann es auf gar keinen Fall schaden, seinen Gästen ein paar Extras zu bieten und sie bei ihrer Ankunft zu überraschen. Ein einzigartiges und originelles Konzept verleiht Ihrem Hostel einen besonderen Charme und sorgt dafür, dass es im Gedächtnis der Gäste bleibt. Außerdem können Sie sich hierdurch effektiv von der Konkurrenz abheben und bestimmte Zielgruppen ansprechen.

Bei der Erstellung von einem Konzept für Ihre Jugendherberge/Ihr Hostel sind Ihnen vielleicht diese Ideen behilflich:

  • Nachhaltigkeit: Orientieren Sie sich am Trend Nachhaltigkeit und rücken Sie das Thema in den Fokus. Denkbar sind beispielsweise nachhaltig produzierte Möbel und Bettwäsche, ein nachhaltiges Frühstücksangebot und das Angebot nachhaltiger Fortbewegungsmittel – sprich: Fahrräder.
  • Nähe zur Natur: Auch wenn sich die meisten Hostels in Städten befinden, suchen einige Gäste bewusst die Nähe zur Natur. Als Natur-Herberge können Sie die Bedürfnisse nach Ruhe und Entschleunigung stillen. Eine Verknüpfung mit dem Thema Nachhaltigkeit ist durchaus vorstellbar.
  • Ein ungewöhnlicher Ort: Machen Sie die Übernachtung in der Jugendherberge zum Erlebnisurlaub – beispielsweise indem Sie Ihr Hostel in einem alten Schloss oder einer Villa einrichten. Hierbei entstehen zwar im Vorfeld teils hohe Kosten für die Renovierung, doch hinterher werden Sie sich garantiert über regen Zuspruch freuen können.
  • Party: Beim Thema Party scheiden sich meist die Geister. Während die eine Hälfte der Hostels abendliche Zusammenkünfte mehr oder weniger duldet, ist die andere strikt dagegen. Wie wäre es, deutlich aus der Masse herauszustechen, indem Sie Partys ausdrücklich begrüßen? Mit diesem Konzept werden Sie selbstverständlich nur ein kleines, in der Regel junges Zielpublikum ansprechen. Doch Ihre Positionierung wird so eindeutig sein, dass Sie sich kaum Sorgen um die Belegung Ihrer Betten machen müssen.

Marketing für Jugendherbergen

Marketing für Jugendherbergen und Hostels

Die Mehrheit der Beherbergungsbetriebe in Deutschland ist ziemlich in die Jahre gekommen und hat kaum Interesse an innovativen Neuerungen. Dadurch lassen sie sich viele Chancen entgehen – beispielsweise im Hinblick auf das Marketing.

Wenn Sie eine Jugendherberge eröffnen beziehungsweise ein Hostel gründen wollen, sollten Sie von Anfang an auch über das Thema Vermarktung nachdenken. Gerade Unterkünfte mit einem spannenden und einzigartigen Konzept haben gute Chancen, über cleveres Marketing Gäste anzulocken. Bedienen Sie sich hierbei ruhig verschiedenster Möglichkeiten, beispielsweise:

  • Social Media-Kanäle wie Facebook, Instagram und YouTube
  • Anzeigen in Reise-Magazinen und ähnlichen Medien
  • Kooperationen mit Reise-Blogs
  • Aktionen und Wettbewerbe (bspw. Foto-Wettbewerb)

Wichtig ist, dass Sie auch hierbei Ihr Konzept nie aus den Augen verlieren und ein stimmiges Gesamtbild erschaffen. Auf diese Weise erwecken Sie nach außen hin einen professionellen Eindruck und sorgen dafür, dass sich viele Menschen für eine Übernachtung in Ihrer Jugendherberge beziehungsweise Ihrem Hostel interessieren. 

Bilder: www.pixabay.com

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