Schlosserei gründen | So gelingt der Einstieg in die Selbstständigkeit

Schlosserei gründen | So gelingt der Einstieg in die Selbstständigkeit

Der Metallbau ist eine laute und schmutzige Branche – und trotzdem nach wie vor beliebt und gefragt. Kein Wunder, denn Metallkonstruktionen werden nahezu überall benötigt. Angefangen bei Brücken über Parkhäuser bis hin zu riesigen Aussichtsplattformen – Der Baustoff Metall bietet nicht nur Stabilität, sondern auch Langlebigkeit. Wenn Sie eine eigene Schlosserei gründen wollen, dann möchten Sie es mit großer Wahrscheinlichkeit etwas kleiner und bescheidener angehen. Statt großen Konstruktionen stehen bei Ihnen wahrscheinlich vor allem Tore, Treppen und Geländer auf dem Programm. Was Sie als zukünftiger Inhaber einer eigenen Schlosserei alles benötigen und mitbringen müssen? Der nachfolgende Beitrag verrät es Ihnen.

Schlosserei gründen ohne Meisterbrief – Geht das?

Ein Stahlbauer, der sich mit einer eigenen Schlosserei selbstständig machen will, hat es am einfachsten, wenn er einen Meisterbrief vorweisen kann. Der Metallbau mit seinen verschiedenen Berufen (zum Beispiel Schlosser, Stahlbauer, Konstruktionsmechaniker etc.) gehört zu den zulassungspflichtigen Gewerben. Das bedeutet salopp formuliert: Nicht jeder, der gern möchte, kann sich in dieser Branche einfach so selbstständig machen. Man muss stattdessen nachweisen können, dass man der beruflichen Herausforderung gewachsen ist – bestenfalls mithilfe des Meisterbriefs. Doch heißt das automatisch, dass Gesellen, die keinen Meistertitel haben, keine Schlosserei gründen können?

In der Tat haben es Stahlbauer ohne Meisterbrief schwerer, eine eigene Schlosserei zu gründen. Ganz unmöglich ist dieses Unterfangen jedoch trotzdem nicht. Es gibt ein paar Ausnahmeregelungen, die jedoch keinesfalls als Garantie verstanden werden können. Wer keinen Meistertitel hat, darf nicht automatisch davon ausgehen, auf jeden Fall eine Gewerbeerlaubnis für die eigene Schlosserei zu bekommen.

Schlosserei gründen ohne Meisterbrief – Geht das?

Wer ohne Meistertitel einen eigenen Metallverarbeitungsbetrieb gründen will, kann auf diese Spezial-Regelungen spekulieren:

  • Sie stellen einen Meister als Betriebsleiter ein (der Sie gewissermaßen in allen fachlichen Belangen vertritt)
  • Sie erlangen eine eine Ausübungsberechtigung nach §7 HwO (Sie haben nicht nur die Gesellenprüfung bestanden, sondern auch eine umfassende Berufserfahrung)
  • Sie beantragen eine Ausnahmebewilligung nach §8 HwO (wenn das Ablegen der Meisterprüfung eine unzumutbare Belastung darstellt und Sie Ihre fachliche Eignung nachweisen können)

Info: Im Gesetz zur Ordnung des Handwerks (kurz: HwO) finden Sie nicht nur Informationen rund um die Meisterpflicht, sondern auch noch weitere Fakten, die für Ihre Gründung von großer Wichtigkeit sind. Das komplette Gesetz können Sie hier einsehen.

Welche Rechtsform eignet sich für eine Schlosserei?

Wer eine Schlosserei gründen will, muss selbstverständlich ein Gewerbe anmelden. Und damit das klappt, müssen Sie sich im Vorfeld überlegen, welche Rechtsform die passende für Ihr Unternehmen ist. Zur Auswahl stehen unter anderem:

  • Einzelunternehmen: geringer bürokratischer Aufwand, dafür aber auch private Haftung
  • GbR: geringe Gründungskosten, ebenfalls private Haftung
  • GmbH: höherer bürokratischer Aufwand, 25.000 Euro Stammkapital notwendig, Absicherung des privaten Vermögens und hohes Ansehen der Rechtsform
  • UG (haftungsbeschränkt): 1 Euro Stammkapital notwendig, eingeschränkte Haftung, nicht ganz so angesehen wie die GmbH

Jede Rechtsform bringt sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich, die in jedem Fall sorgfältig abgewägt werden wollen. Natürlich ist es nachträglich meist möglich, Ihr Unternehmen neu zu firmieren, doch sind ständige Wechsel der Rechtsform alles andere als sinnvoll. Daher gilt: Überlegen Sie sich gründlich, welche Option am besten zu Ihnen und Ihrem Vorhaben passt und lassen Sie Entscheidung noch ein paar Tage ruhen, ehe Sie sie mit der Gewerbeanmeldung final machen.

Der richtige Standort für eine Schlosserei

Wie eingangs bereits erwähnt ist der Stahlbau ein extrem lautes und auch schmutziges Gewerbe. Es ist daher umso wichtiger, dass Sie sich genau überlegen, wo Sie Ihre Schlosserei gründen wollen. Mitten in einem Wohngebiet ist beispielsweise alles andere als eine gute Idee. Halten Sie lieber gezielt Ausschau nach einer passenden Immobilie in einem Gewerbegebiet. Hier stören Sie niemanden mit Ihrem Dreck und Lärm – perfekte Voraussetzungen, um Ihr Business wachsen zu lassen.

Marketing für Schlossereien

Marketing für Schlossereien – Ist das überhaupt möglich?

Viele Handwerker, die sich selbstständig machen, begehen einen elementaren Fehler: Sie sind – egal aus welchem Gewerk sie kommen – der Meinung, dass klassisches und modernes Marketing in ihrem Fall nicht funktioniert. Zu aufwändig, zu extravagant, zu verschnörkelt – die Vorbehalte gegenüber den verschiedenen Werbemöglichkeiten sind groß und sorgen dafür, dass sich viele Handwerker große Chancen entgehen lassen.

Wenn Sie eine Schlosserei gründen wollen, sollten Sie diesen Fehler unbedingt umgehen. Fakt ist: Jedes Unternehmen kann Marketing betreiben. Es muss nur wissen, wie es richtig funktioniert und den größten Nutzen mit sich bringt. Als Stahlbauer können Sie beispielsweise:

  • Anzeigen in lokalen Medien schalten
  • verschiedene soziale Netzwerke (allen voran natürlich Facebook) ausprobieren
  • verschiedene Messen besuchen
  • Flyer verteilen

Spezialisierung: Ja oder nein?

Wer eine eigene Schlosserei gründen will, muss sich früher oder später immer entscheiden, ob er einen spezialisierten Weg einschlagen will oder nicht. Grundsätzlich ist natürlich beides möglich:

  • Sie bieten Ihren Kunden die ganze Bandbreite an Stahlarbeiten an
  • Sie spezialisieren sich auf einen Bereich oder eine Produktgruppe

Entscheidend ist hierbei natürlich, wen Sie ansprechen wollen: Ein breites Publikum oder eine spezielle Zielgruppe? Private Kunden (B2C) oder lieber geschäftliche (B2B)? Eine Spezialisierung spricht zwar in aller Regel weniger Menschen an, verschafft Ihnen aber innerhalb kurzer Zeit einen Expertenstatus. Dieser wiederum rechtfertigt es, größere Summen für Ihre Arbeit zu verlangen. Wer hingegen seine Schlosserei bewusst offen gestaltet, hat zwar viel Zulauf, aber in der Regel kein geschärftes Profil. Beide Varianten bringen also sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich.

Was kostet die Gründung einer Schlosserei?

Eine eigene Schlosserei gründen ist nicht gerade billig. Vor allem die Räumlichkeiten, Materialien und Versicherungen schlagen gleich zu Beginn der Selbstständigkeit hart zu Buche und machen ein hohes Startkapital unverzichtbar. Wie viel Geld Ihnen zu Beginn der Gründung zur Verfügung stehen muss, hängt von verschiedenen Faktoren ab, beispielsweise:

  • Standort
  • Angebotene Dienstleistungen
  • verwendete Materialien
  • Anzahl der Mitarbeiter

Was kostet die Gründung einer Schlosserei?

Grundsätzlich sollten Sie mit mindestens 10.000, besser noch 20.000 Euro für die Gründung einer Schlosserei rechnen. Je mehr Geld Ihnen zur Verfügung steht, desto entspannter können Sie der Existenzgründung entgegenblicken. Gerade dann, wenn die Auftragsbücher noch nicht voll sind, ist es immer besser, einen finanziellen Spielraum zu haben und nicht von der Hand in den Mund leben zu müssen.

Die Gründung einer eigenen Schlosserei ist meist ein sicherer Weg in die Selbstständigkeit – vorausgesetzt, man kann von Anfang an Kunden für sich gewinnen. Mit dem nötigen Durchsetzungsvermögen und der richtigen Qualität der Arbeit steht dem Erfolg jedoch kaum etwas im Wege.

Bilder: www.pixabay.com

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