Campingplatz eröffnen | Eine Branche mit sehr großem Potential

Campingplatz eröffnen | Eine Branche mit Potential

Campen ist für viele Menschen nicht nur eine Form der Übernachtung, sondern ein regelrechtes Lebensgefühl. Außerdem ist es gerade schwer angesagt. Von der Nordsee bis zu den Alpen wird gecampt und gezeltet, was das Zeug hält. Immer mehr Anhänger entdecken den Urlaub in der Natur für sich und statten sich mit hochwertigem Equipment aus. Doch nicht nur die Hersteller vom Wohnmobilen, Kochgeschirr und Co. profitieren von dieser Entwicklung. Auch Campingplatzbesitzer freuen sich über hervorragende Auslastungen und ein jünger werdendes Zielpublikum, das auch bereit ist, für entsprechende Qualität tiefer in die Taschen zu greifen. Es scheint so, als wäre genau jetzt der richtige Zeitpunkt, um einen Campingplatz zu eröffnen. Aber wie stellt man das eigentlich an?

Die Suche nach einem passenden Standort

Wenn Sie einen Campingplatz eröffnen wollen, ist nichts so wichtig wie die Suche nach einem perfekten Standort. Jeder, der schon mal auf einem Zeltplatz gewesen ist, weiß, dass dieser in der Regel ziemlich groß ist. Denn viel Platz bedeutet automatisch, dass Sie viele Menschen aufnehmen und dadurch gute Umsätze erwirtschaften können. Doch die Größe allein macht noch keinen idealen Campingplatz aus. Denken Sie außerdem auch an die folgenden Aspekte:

  • Die Nähe zur Natur: Menschen, die auf dem Campingplatz Urlaub machen wollen, suchen ganz bewusst die Nähe zur Natur. Achten Sie bei der Wahl des Standortes für Ihren Campingplatz daher unbedingt darauf, dass so naturnah wie möglich ist. Optimal ist beispielsweise die direkte Nachbarschaft zu einem See, Wald, Berg oder sogar zum Meer. Solche Extras locken noch mehr Gäste an und helfen Ihnen dabei, ein unverwechselbares Profil für Ihren Campingplatz zu schaffen.
  • Die Nähe zu Sehenswürdigkeiten: Berge und Seen allein reichen allerdings nicht aus. Wer einen Campingplatz eröffnen möchte, sollte die Lage so wählen, dass verschiedene Sehenswürdigkeiten, beispielsweise Städte, Burgen, Freizeitparks und Aussichtstürme, möglichst schnell erreichbar sind. Ziel sollte es immer sein, den Besuchern ein abwechslungsreiches Aktiv-Programm zu bieten, das sowohl Groß als auch Klein anspricht.
  • Die Anbindung an Autobahnen und Zugstrecken: Die meisten Camper reisen mit dem eigenen Auto beziehungsweise Wohnmobil an. Im Hinblick auf die ideale Lage für Ihren Platz ist es daher sinnvoll, wenn möglichst viele Autobahnen und Bundesstraßen in der Umgebung liegen. Darüber hinaus ist es allerdings auch wichtig, die Zug- und Busanbindungen zu Ihrem Campingplatz im Auge zu behalten. Vor allem junge Gäste reisen häufig mit öffentlichen Verkehrsmitteln an, um Geld zu sparen. Auch diese sollten Ihren Platz ohne größere Probleme erreichen können. Tipp: Falls kein Bus vom Bahnhof zum Campingplatz fährt, können Sie Ihren Gästen auch einen individuellen Shuttleservice anbieten.

Wenn Sie einen Campingplatz eröffnen möchten, sollten Sie eine perfekte Lage wählen.

Genehmigung von der Bauaufsichtsbehörde einholen

Wenn Sie den idealen Standort für einen Campingplatz schließlich gefunden haben, gilt es im nächsten Schritt, eine Baugenehmigung einzuholen. Diese erhalten Sie bei der zuständigen Bauaufsichtsbehörde.

Eine Baugenehmigung ist notwendig, weil Sie, wenn Sie einen Campingplatz eröffnen, dort auch feste Gebäude, beispielsweise für die Rezeption und sanitäre Anlagen, errichten werden.

Campingplatz kaufen oder pachten?

Viele Menschen, die einen Campingplatz eröffnen wollen, beschäftigen sich eingängig mit der Frage: Kaufen oder pachten? Beide Optionen sind durchaus denkbar und mit verschiedenen Vor- und Nachteilen verknüpft.

Wer einen Campingplatz kaufen will, muss natürlich in dem Moment sehr viel mehr Geld aufbringen. Die Pacht hingegen ist immer wieder fällig und muss jedes Jahr aufs Neue in das Budget eingeplant werden.

Wer es sich leisten kann, sollte den Campingplatz nach Möglichkeit kaufen. Das bringt nicht nur mehr Sicherheit mit sich, sondern kann auch als Wertanlage verstanden werden. Immerhin besteht die Option, den Platz irgendwann wieder zu verkaufen.

Wer einen Campingplatz eröffnen möchte, sollte sich über die rechtlichen Rahmenbedingungen informieren.

Die Camping- und Wochenendplatzverordnung

Wenn Sie sich über die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Gründung eines Campingplatzes informieren wollen, kommen Sie auf keinen Fall um die Camping- und Wochenendplatzverordnung  (CWVO) herum. Jedes Bundesland hat seine eigene Verordnung. Das entsprechende Dokument für Ihren Standort finden Sie nach einer kurzen Suche im Internet.

Aus der Camping- und Wochenendplatzverordnung gehen verschiedene wichtige Informationen und Regelungen hervor, die Sie natürlich unbedingt kennen müssen, wenn Sie einen Campingplatz eröffnen wollen.

Zu den wichtigsten Aspekten gehören beispielsweise:

  • Brandschutz
  • Beleuchtung
  • Sanitäre Anlagen
  • Trinkwasserversorgung
  • Zufahrten und Wege
  • Abwasser und Abfälle

Gleich zu Beginn der CWVO wird außerdem genau definiert, was ein Campingplatz ist – und was nicht:

„Campingplätze sind Plätze, die ständig oder wiederkehrend während bestimmter Zeiten des Jahres betrieben werden und die zum vorübergehenden Aufstellen und Bewohnen von mehr als drei Wohnwagen oder Zelten bestimmt sind. Zeltlager, die gelegentlich oder nur für kurze Zeit eingerichtet werden, und Plätze für das Parken von Wohnmobilen sind keine Campingplätze im Sinne dieser Verordnung.“ (Quelle: Camping- und Wochenendplatzverordnung)

Campingplatz eröffnen und beim Gewerbeamt anmelden

Damit Sie Ihr Geld legal als Campingplatz-Betreiber verdienen können, ist es unumgänglich, ein Gewerbe anzumelden. Dieser Schritt wird von vielen gefürchtet, da er stets mit einem hohen bürokratischen Aufwand in Verbindung gebracht wird. Tatsächlich ist es jedoch nur halb so wild, ein Gewerbe anzumelden und damit einen Campingplatz zu gründen.

Ehe Sie sich an Ihr zuständiges Gewerbeamt wenden, sollten Sie sich genau überlegen, welche Rechtsform Sie für Ihren Campingplatz wählen wollen. Denkbar wären beispielsweise diese:

  • Einzelunternehmen
  • GmbH
  • UG (haftungsbeschränkt)
  • GbR

Lassen Sie den Campingplatz auf Qualität prüfen.

Klassifizierung als Qualitätsmerkmal

Die Anzahl der Campingplätze in Deutschland ist riesig und wächst stetig weiter. Gerade weil die Branche so boomt und Campen so beliebt wie seit Jahren nicht mehr ist, wittern viele Leute das große Geschäft und gründen einen eigenen Campingplatz.

Durch diese Entwicklung steht die Branche natürlich vor völlig neuen Aufgaben und Herausforderungen. Es geht darum, die Spreu vom Weizen zu trennen und den Gästen einen möglichst angenehmen Aufenthalt zu ermöglichen. Damit Sie nach außen hin als möglichst hochwertiger Campingplatz wahrgenommen werden, kann es helfen, sich klassifizieren zu lassen, beispielsweise durch den

  • Bundesverband der Campingwirtschaft
  • deutschen Tourismusverband e.V.

Die Klassifizierung durch einen der beiden Verbände (oder auch beide) ist kein Muss für Ihren Campingplatz, sondern freiwillig. Es kann sich allerdings lohnen, die jährliche Einstufung durchführen zu lassen und eine entsprechende Auszeichnung durch den Verband zu erhalten. Diese wiederum wird von vielen Campern als Qualitätsmerkmal verstanden und kann durchaus bei der Entscheidung für einen Campingplatz behilflich sein. Bei der Bewertung werden die Faktoren Service, sanitäre Anlagen und Qualität der Stellplätze berücksichtigt.

Bilder: www.pixabay.com

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