Musiklabel gründen | Wie funktioniert die Gründung einer Plattenfirma?

Musiklabel gründen | Wie funktioniert die Gründung einer Plattenfirma?

Viele Musiker und Musikbegeisterte träumen davon, Inhaber eines eigenen Plattenlabels zu sein. Sein Geld mit Musik verdienen – für viele ein Ziel, das nie erreicht wird. Einige jedoch schaffen es, ihr Hobby zum Beruf zu machen und damit auch Erfolg zu haben. Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, ein eigenes Musiklabel zu gründen, gibt es natürlich einiges, was Sie beachten müssen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Wie gründet man eine Plattenfirma?

Viele Leute sind überrascht, wenn sie erfahren, wie leicht es ist, ein Musiklabel zu gründen. Denn dieses ist im Endeffekt auch nur ein ganz normales Unternehmen, das den gleichen Vorgaben wie alle anderen unterliegt. Das Synonym Plattenfirma macht diesen Fakt besonders deutlich und unterstreicht, dass ein Musiklabel letztlich wie jedes andere Business behandelt werden kann.

Um ein Musiklabel beziehungsweise eine Plattenfirma gründen zu können, müssen Sie auf jeden Fall ein Gewerbe anmelden. Ehe Sie diesen Schritt gehen, sollten Sie sich allerdings umfassende Gedanken darüber machen, welche Rechtsform Sie (und eventuell Ihre Geschäftspartner) wählen wollen.

Grundlegend ist im Fall des Musiklabels jede gängige Rechtsform denkbar. Zu den beliebtesten gehören beispielsweise:

  • Einzelunternehmen
  • GmbH
  • UG (haftungsbeschränkt)
  • AG
  • GbR

Definieren Sie das Genre bevor Sie ein Musiklabel gründen

Bei der Wahl einer passenden Rechtsform müssen Sie natürlich verschiedene Dinge beachten. Gerade das Einzelunternehmen ist für viele Gründer überaus attraktiv, weil es kein Stammkapital verlangt und wenig Bürokratie mit sich bringt. Allerdings weist es auch einen gravierenden Nachteil auf: Im Falle des unternehmerischen Scheiterns müssen Sie mit Ihrem Privatbesitz haften. Anders verhält es sich beispielsweise bei der GmbH (die auch von einer Einzelperson gegründet werden kann) und der UG (haftungsbeschränkt). Wer sich für eine dieser Rechtsformen entscheidet, haftet ausschließlich mit dem unternehmerischen Besitz.

Tipp: Informieren Sie sich detailliert über die verschiedenen Rechtsformen, die für ein Musiklabel in Frage kommen und vergleichen Sie die jeweiligen Vor- und Nachteile. Auf diese Weise erhalten Sie am schnellsten ein Gespür dafür, welche Option die ideale für Sie ist.

Die Richtung des Musiklabels definieren

Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Ausrichtung von Ihrer Plattenfirma. Die meisten Musiklabels fokussieren sich auf ein bestimmtes Genre, um gezielt mit Musikern zusammenzuarbeiten und eine gewisse Fachexpertise aufzubauen. Auch im Hinblick auf die Zielgruppen-Definition ist eine solche Spezialisierung sinnvoll.

In diesem Abschnitt Ihrer Gründung darf ruhig der persönliche Geschmack eine Rolle spielen. Die Wahl eines Musikgenres, das im Zentrum Ihrer Tätigkeiten steht, wird großen Einfluss auf alle weiteren Phasen haben und sollte bestenfalls nicht bereut werden.

Sie brauchen gute Kontakte zur Musikszene, wenn Sie ein Musiklabel gründen möchten.

Kontakte in die Musikszene aufbauen und festigen

Ein Musiklabel gründen und damit Geld verdienen bedeutet natürlich, dass Sie verschiedene Künstler unter Vertrag nehmen und deren Werke vertreiben müssen. Um erfolgreich in das Musikgeschäft einzusteigen, sind entsprechende Kontakte in die Szene unverzichtbar.

Der Aufbau von Ihrem Netzwerk kann ruhig schon einige Zeit vor der Gründung des Labels beginnen. Vor allem langjährige Kontakte, aus denen sich nicht selten Freundschaften entwickeln, sind ausgesprochen wertvoll und gewinnbringend.

Tipp: Als guter Netzwerker sollten Sie nicht nur von den anderen nehmen, sondern immer auch bereit sein, zu geben.

Musik verkaufen – das müssen Sie wissen

Wenn Sie die ersten Musiker unter Vertrag genommen und deren Lieder produziert haben, kann endlich der Verkauf beginnen. Damit Musik legal an den Mann beziehungsweise die Frau gebracht werden kann, benötigen Sie als Herausgeber einige Codes und Nummern. Hierbei handelt es sich konkret um:

  • ISRC (International Standard Recording Code): Dieser Code dient der Zuordnung der Musik zu Ihrem Label im digitalen Bereich. Wichtig zu wissen: Jedes Lied, das Ihr Musiklabel veröffentlicht, braucht einen individuellen International Standard Recording Code. Um die Codes zu erhalten, müssen Sie sich an den Bundesverband Musikindustrie wenden.
  • LC (Label Code): Der Label Code wird direkt auf das fertige Produkt gedruckt und dient ebenfalls der Zuordnung zu Ihrem Label. Den LC erhalten Plattenfirmen bei der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten – vorausgesetzt, sie können nachweisen, dass sie nicht nur just for fun Musik verkaufen wollen, sondern ein ernsthaftes Business betreiben.
  • EAN (European Article Number): Die EAN ist vielen besser als Barcode bekannt. Diese Nummer muss auf CDs, Schallplatten und Co. vorhanden sein, damit das Produkt im Handel vertrieben werden kann. Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, nur digitale Produkte unter Ihrem Label zu veröffentlichen, dann benötigen Sie keine European Article Number, sondern lediglich die oben genannten Codes.

Info: Sowohl für den ISRC als auch die EAN werden Kosten im dreistelligen Bereich fällig. Viele Gründer eines Musiklabels lassen diesen Fakt außer Acht und sind dann überrascht, dass der Start ins Musikbusiness so teuer ist.

Optional: Mitgliedschaft im Verband unabhängiger Tonträgerhersteller

Die Mehrheit der Menschen, die ein Musiklabel gründen wollen, entscheiden sich gleich zu Beginn für den Weg in die Independent-Szene. Sogenannte Independent Label – also unabhängige Plattenfirmen – arbeiten häufig mit lokalen Künstlern zusammen und distanzieren sich bewusst von der großen Konkurrenz (mit der sie es sowieso in der Regel nicht aufnehmen können).

Um dennoch eine Chance am Markt zu haben, haben sich viele Independent-Label zum Verband unabhängiger Tonträgerhersteller (VUT) zusammengeschlossen. Eine (kostenpflichtige) Mitgliedschaft in diesem Verband ist für Sie als Inhaber einer Plattenfirma kein Muss, aber durchaus sinnvoll; immerhin können Sie von diversen Vorteilen wie Vergünstigungen, Hilfestellung und Austausch mit anderen Labels profitieren.

Machen Sie sich Gedanken über das Marketing bevor Sie ein Musiklabel gründen.

Marketing für Musiklabels – So werden Sie bekannt

Wenn alle Formalien geklärt sind, können Sie endlich richtig ins Business einsteigen. Der Arbeitsalltag in einem Musiklabel ist sehr vielfältig und umfasst beispielsweise die Kommunikation mit Musikern, die Aufnahme von Musikstücken und den Vertrieb der fertigen Produkte.

Damit Sie mit Ihrer Arbeit möglichst viele Menschen – sprich: potentielle Käufer – erreichen, ist es auch für Musiklabels unverzichtbar, Marketing zu betreiben. Die gute Nachricht gleich vorweg: Auch mit wenig Budget lässt sich einiges erreichen.

Als Plattenfirma in der Anfangsphase sollten Sie sich insbesondere auf zwei Bereiche fokussieren:

  • Pressearbeit
  • Social Media Marketing

Beide sind grundlegend kostenfrei, können Ihnen aber mit etwas Glück viel Aufmerksamkeit bescheren. Gerade als lokales Musiklabel wird das Interesse der Medien vor Ort groß sein. Versorgen Sie Zeitungen, Stadtmagazine, Blogs und Radiosender regelmäßig mit Pressemitteilungen, in denen Sie beispielsweise auf einen neuen regionalen Künstler und seinen Album-Release verweisen und verschicken Sie gegebenenfalls zusätzlich auch CDs als Rezensionsexemplare.

Wenn Sie sich für das Social Media Marketing entscheiden, ist es wichtig, sich im Vorfeld zu überlegen, welche Kanäle Sie bespielen wollen. Besonders geeignete soziale Netzwerke für Musiklabels sind:

  • Facebook
  • Youtube
  • Vimeo
  • Instagram
  • Twitter

Info: Posten Sie nicht einfach wild drauf los, sondern überlegen Sie sich für jedes soziale Medium eine geeignete Strategie. Nur so können Sie auch wirklich nachhaltig Menschen erreichen.

Bilder: www.pixabay.com

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