Schlüsseldienst eröffnen | Wie lukrativ ist diese Geschäftsidee?

Schlüsseldienst eröffnen | Wie lukrativ ist diese Geschäftsidee?

Fast jeder kennt diese Situation: Ein Moment der Unachtsamkeit, die Tür fällt zu und im nächsten Augenblick realisiert man: Ich habe mich gerade ausgeschlossen. An sich kein großes Problem, schließlich sind Schlüsseldienste in der Regel schnell vor Ort, um die Tür wieder zu öffnen. Wenn da nur nicht die teils exorbitant hohen Kosten wären, die durch diese Dienstleistung entstehen. Man könnte meinen, dass es sich wirklich lohnt, einen Schlüsseldienst zu führen. Doch ist dem wirklich so? Und was muss man noch alles wissen, wenn man einen Schlüsseldienst eröffnen will? Erfahren Sie es in diesem Beitrag.

Schlüsseldienst – Ein überwachungsbedürftiges Gewerbe

Wenn Sie einen Schlüsseldienst eröffnen, dann sind Sie in der Lage, verschlossene Türen in Sekundenschnelle und ohne Lärm oder Schäden zu öffnen. Eine durchaus wichtige Fähigkeit, die aber leider auch missbraucht werden kann.

Damit gewährleistet wird, dass Sie Ihre Skills nicht nutzen, um in Wohnungen oder Häuser einzubrechen, ist das Gewerbe Schlüsseldienst überwachungsbedürftig. Das bedeutet: Ehe Sie Ihre Arbeit aufnehmen können, müssen Sie nachweisen, dass Sie als vertrauenswürdig eingestuft werden können und Ihr Fähigkeiten nicht für eine Straftat missbrauchen.

Info: Welche Gewerbe noch überwachungsbedürftig sind, können Sie in der Gewerbeordnung § 38 nachlesen.

Damit Sie zugelassen werden und Ihren Schlüsseldienst eröffnen können, müssen Sie nicht nur Ihre persönliche Vertrauenswürdigkeit, Zuverlässigkeit und Eignung nachweisen, sondern auch ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen. Wer auch nur einmal negativ vor dem Gesetz aufgefallen ist, hat keinerlei Chance, sich mit einem Schlüsseldienst selbstständig zu machen. Sie brauchen also unbedingt die berühmte weiße Weste, wenn Sie diesen Karriere-Weg anstreben. Ein weiteres Dokument, dass Sie für die Anmeldung von Ihrem Schlüsseldienst brauchen, ist ein Gewerbezentralregisterauszug.

Wenn Sie einen Schlüsseldienst eröffnen möchten, benötigen Sie geeignetes Werkzeug.

Muss man eine Ausbildung absolvieren, um als Schlüsseldienst zu arbeiten?

Diese Frage interessiert besonders viele Menschen, die einen Schlüsseldienst eröffnen wollen. Eine kurze Recherche im Internet ist wenig aufschlussreich, denn hier findet man neben verschiedenen Weiterbildungsmaßnahmen keine konkreten Auskünfte über eine Ausbildung zum Schlüsseldienst.

Fakt ist: Der ehemalige Beruf des Schlüssel- und Schlossmachers ist der letzten Ausbildungsreform zum Opfer gefallen. Mittlerweile gibt es in dieser Branche kein einheitliches Berufsbild mehr – was vor allem daran liegt, dass Schlüssel und Schlösser inzwischen extrem vielfältig sind. Es gibt längst nicht mehr nur die klassischen Varianten von früher, sondern auch diverse elektronische Systeme und andere Besonderheiten.

Für Sie als angehenden Schlüsseldienst heißt das, dass Sie sich täglich neuen Herausforderungen stellen und stets auf dem aktuellen Stand der Technik sein müssen. Es gibt zwar diverse Weiterbildungsmaßnahmen für Schlüsseldienste, doch die meisten, die in dieser Branche arbeiten, erhalten Ihr Wissen von einem Kollegen oder eignen es sich selbstständig an. Der Schlüssel zum Erfolg lautet: learning by doing.

Learning by Doing heißt es, wenn Sie einen Schlüsseldienst eröffnen wollen.

Dass der Beruf des Schlüsseldienstes nicht zulassungspflichtig ist, mag auf den ersten Blick erfreulich wirken. In Wirklichkeit handelt es sich hierbei jedoch um einen riesigen Nachteil. Denn sofern man seine Vertrauenswürdigkeit nachweisen und die geforderten Dokumente vorlegen kann, darf jeder als Schlüsseldienst arbeiten – ganz gleich ob er die erforderten fachlichen Qualifikationen mitbringt oder nicht. Dieser Umstand hat dafür gesorgt, dass die Branche der Schlüsseldienste in den letzten Jahren etwas in Verruf geraten ist. Wenn Sie von Anfang an ein seriöses Business aufbauen und das Vertrauen Ihrer Kunden gewinnen wollen, punkten Sie durch nachweisbares Wissen.

Ständige Erreichbarkeit und schwankende Auftragslage

Viele, die sich dafür entscheiden, sich selbstständig zu machen und einen Schlüsseldienst zu eröffnen, lassen sich von der offenbar guten Bezahlung dieser Dienstleistung anlocken. Tatsächlich verdient ein Schlüsseldienst mit knapp einer Minute Arbeit oftmals 150 Euro und mehr. Die Attraktivität dieses Berufs ist also nicht von der Hand zu weisen.

Was hierbei allerdings immer wieder gern vergessen wird: Der Job hat auch seine Schattenseiten. Allen voran sei erwähnt, dass Sie als Schlüsseldienst quasi rund um die Uhr für Ihre Kunden erreichbar sein müssen. Denn diese schließen sich nicht nur montags bis freitags zwischen neun und 17 Uhr aus, sondern gern auch mal am Wochenende oder nachts. Wer zu diesen Zeiten nicht erreichbar ist, lässt sich wertvolle Aufträge durch die Lappen gehen.

Das ist umso ärgerlicher, wenn man sich einmal vor Augen führt, dass Sie sich als Schlüsseldienst auf eine äußerst unregelmäßige Auftragslage einstellen müssen. In nahezu jeder Stadt gibt es eine Fülle an Schlüsseldiensten. In dieser Branche eine Monopolstellung aufbauen? Absolut unmöglich. Und so kommt es, dass Sie regelmäßig mit der Konkurrenz um die Kunden buhlen und dabei immer wieder feststellen müssen, dass sich diese für einen anderen Dienst entschieden haben.

Nicht zu Letzt sei noch darauf verwiesen, dass sich Ihre Arbeit als Schlüsseldienst natürlich nicht nur auf das Öffnen der Tür beschränkt. Zu Ihrer Arbeitszeit gehören auch die Absprachen mit potentiellen Kunden (aus denen nicht immer ein Auftrag hervorgeht) und die Anfahrt zum Einsatzort. Es mag für Außenstehende so aussehen, als würden Sie mit einer Minute Arbeit sehr viel Geld verdienen, doch in Wirklichkeit steckt sehr viel mehr dahinter.

Ein Schlüsseldienst sollte rund um die Uhr erreichbar sein.

Schlüsseldienst eröffnen: Hohe Investitionskosten für Equipment

Menschen, die das Können von einem Schlüsseldienst in Anspruch nehmen müssen, ärgern sich oftmals für den Preis, der hierfür fällig wird. Was ihnen jedoch nur in den seltensten Fällen bewusst ist: Das Equipment, mit dem die Tür geöffnet wird, kostet ein kleine Vermögen.

Wenn Sie einen Schlüsseldienst eröffnen wollen, sollten Sie von Anfang an wissen, dass die Investitionskosten für dieses Business verhältnismäßig groß sind und nicht sofort wieder erwirtschaftet werden können.

Imagepflege: Seriosität ist alles

Natürlich haben Sie als Schlüsseldienst die Möglichkeit, neue Kunden durch gezielte Marketingmaßnahmen zu gewinnen. Doch sollte Ihnen eines zu jeder Zeit bewusst sein: Die beste Werbung sind zufriedene Kunden, die Sie an Freunde, Familie und Kollegen weiterempfehlen.

Damit dies der Fall ist, sollten Sie nicht nur in der Lage sein, in Sekundenschnelle Türen zu öffnen, es ist auch wichtig, dass Sie ein gewisses Image ausstrahlen. Dieses sollte geprägt sein von Seriosität und Vertrauen. Denn niemand lässt gern die Tür von jemandem öffnen, der irgendwie zwielichtig wirkt und auch ein Ganove sein könnte.

Neben der Mundpropaganda spielt auch ein gutes Google-Ranking eine wichtige Rolle, wenn es um die Neukundengewinnung geht. Jemand, der sich ausschließt, zückt heutzutage sofort sein Smartphone und sucht nach „Schlüsseldienst StadtXY“. Wenn Ihr Dienst bei den Resultaten ganz weit oben erscheint, haben Sie gute Chancen, kontaktiert zu werden.

Bilder: www.pixabay.com

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