Second Hand Laden eröffnen | Welche Voraussetzungen gibt es?

Second Hand Laden eröffnen | Welche Voraussetzungen gibt es?

Ein Second Hand Laden ist eine überwiegend sozial geprägte Angelegenheit und bedeutet auf Deutsch so viel wie „aus zweiter Hand“. Verkauft werden in der Regel gebrauchte Kleidungsstücke, welche noch gut erhalten sind und ein zweites Mal getragen werden können. Dazu zählen oft auch Schuhe, Kinderklamotten oder Spielzeug und andere gebrauchte Gegenstände. Mit einem Second Hand Laden bezieht man gleichzeitig auch eine gewisse Stellung gegen unsere „Wegwerfgesellschaft“. Gebrauchte Sachen sind nicht unbedingt schlecht und können auch an einem zweiten oder dritten Menschen noch gut aussehen. Ein weiterer Vorteil von Second Hand Kleidung ist der Preis, denn gebrauchte Kleidungsstücke werden meist zu einem weit günstigeren Preis verkauft, als es der Neupreis war. Second Hand Läden sind im Kommen und absolut im Trend. Nicht nur für Menschen, die sich selbst keine neuen Kleider kaufen können.

Welche Voraussetzungen für die Eröffnung eines Second Hand Ladens?

Wie bei jeder Neueröffnung muss auch bei der Eröffnung eines Second Hand Ladens so einiges an Papierkram erledigt werden. Zunächst wird auch hier ein Gewerbeschein benötigt, welcher beim zuständigen Finanzamt angefordert werden kann. Desweiteren benötigt der Gründer eine Meldung und die Beantragung der Steuernummer, welche beim zuständigen Finanzamt erwirkt wird. Mit Führungszeugnis und sauberem Schufaauszug können nun weitere Schritte eingeleitet werden. Zu bedenken sind in diesem Zug auch diverse Gewerbeversicherungen und private Haftpflichtversicherungen. Die bürokratischen Voraussetzungen sind allemal zu schaffen, denn die Eröffnung eines Second Hand Ladens benötigt keinerlei Kontrollen im Bereich der Gesundheitsämter oder andere Sondergenehmigungen. Gründer vertreiben hier lediglich gebrauchte Kleidung, weder Getränke oder Essen. Somit können Second Hand Läden auch wunderbar als Kleinunternehmerregelung beginnen, sodass diese auch keine Vorsteuer ausgewiesen werden muss. Wer sich in Steuerfragen unsicher ist, der muss sich mit einem Steuerberater auseinandersetzen.

Wer einen Second Hand Laden eröffnen möchte, muss ein Gewerbe anmelden.

Gewisse Standardkenntnisse im Bereich der Mode und Textilien sollten gegeben sein. Sicherlich geht es bei einem Second Hand Laden nicht darum, die neuesten Trends aus Paris vorzustellen. Dennoch schadet es nicht, über die Dinge Bescheid zu wissen, mit denen man arbeitet. Immerhin muss auch gebrauchte Ware angekauft werden und der Gründer muss entscheiden können, ob sich die Ware weiterverkaufen lässt oder nicht. Wird etwas teuer eingekauft und entpuppt sich später als Ladenhüter, so können auf Dauer Verluste eingefahren werden. Dementsprechend ist es absolut notwendig, sich vor der Gründung genau mit dem eigenen Konzept auseinander zu setzen.

Das Geschäftskonzept sollte auch bei Gebrauchtwaren genau erstellt werden, immerhin möchte man doch ein gutes Bild nach außen abgeben  und nicht nur irgendein „Ramschladen“ sein. Dementsprechend sollte man sich auch bei gebrauchter Kleidung Gedanken darüber machen, was und in welchen Mengen verkauft wird. Kaufmännische Kenntnisse und ein wenig Verhandlungsgeschick sollten gegeben sein, denn in solchen Läden wird nach wie vor gerne gehandelt.

Das Konzept eines Second Hand Ladens

Sicherlich können Gründer ihren angemieteten Laden einfach mit gebrauchten Kleidungsstücken ausstatten und versuchen, diese möglichst gewinnbringend zu verkaufen. Dann jedoch läuft man schnell die Gefahr, als Ramschladen um die Ecke abgestempelt zu werden. Fakt ist also auch hier, dass eine klare Zielgruppe angesprochen werden muss. Dies muss nicht auf eine Altersklasse bezogen sein, sondern kann sich auch auf Markenkleidung, ausschließlich Kinder-  und Jugendliche oder nur Schuhe beziehen. Die Kunden aus der Umgebung sind die Wichtigsten, denn sie werden in erster Linie in den Laden kommen. Vielleicht kann bereits aus dem näheren Umfeld eingeschätzt werden, welche Zielgruppen überhaupt in Frage kommen. In einer sehr kinderarmen Gegend macht es kaum Sinn, gebrauchte Kinderkleidung zu verkaufen. Aus diesem Betrachtungsfeld heraus sollte auch eine genaue Standortanalyse durchgeführt werden, ehe man einen Second Hand Laden eröffnet.

Wenn Sie einen Second Hand Laden eröffnen möchten, sollten Sie die Zielgruppe kennen.

Hat man seine Zielgruppe ausmachen können, so kann man sich darüber informieren, welche Kleidung aktuell modern oder zielgruppengerichtet ist. In größeren Städten kann es beispielsweise Sinn machen, einen Second Hand Laden für Markenkleidung zu eröffnen. Hier ist häufiger der Bedarf an Marken gegeben, als in ländlicheren Regionen. Dort wiederum wäre es sinnvoller, sich auf „normalere“ Kleidung zu spezialisieren und auch Kleidung für Kinder oder Babys anzubieten.

Abseits der Konkurrenz

Die eben erwähnte Standortanalyse macht in jedem Fall Sinn, immerhin müssen Gründer diejenigen Personen ansprechen, welche sich in näherem Umfeld für Kleidung interessieren. Als Konkurrenz zählen in diesem Fall natürlich nicht nur andere Second Hand Läden sondern auch die Geschäfte, welche ohnehin günstige, neue Kleidung verkaufen. So kann durchaus Kik und Tacco oder Deichmann eine Konkurrenz darstellen. Sich neben diesen Discountern positionieren zu wollen würde wenig Sinn machen. Viel sinnvoller wäre ein Second Hand Laden in einer Einkaufspassage, welche viel besucht wird und neben mittelklassigen Geschäften auch andere Shoppingmöglichkeiten bietet.

Werbung und Marketing eines Second Hand Ladens

Zugegeben, wenn wir von Second Hand Läden sprechen, so haben viele Menschen  noch das Bild im Kopf, um ein paar große Wühltische herum in gebrauchter und teilweise kaputter Kleidung zu wühlen. Ganz in der Hoffnung, ein in seiner Größe passendes Kleidungsstück zu finden. Unsortierte Ware aller Art überfluten die Geschäfte und der Kunde muss ein wenig Zeit und Geduld mitbringen, ehe er etwas für sich findet. Damit sich Gründer selbst von diesem Bild abheben, bedarf es sorgfältiger Planung und Organisation. Diese kann durchaus mit der Führung eines Discounters für neuwertige Kleidung verglichen werden.

Wenn Sie einen Second Hand Landen eröffnen, müssen Sie über das Marketing nachdenken.

Zunächst sollte die angebotene Kleidung schön präsentiert werden. Dafür sollte sie nach den Größen und dem Geschlecht sortiert sein. Wühltischatmosphären prägen zwar die Vorstellung der Kunden, hier ein Schnäppchen schlagen zu können, der Trend geht jedoch eindeutig weg. Auch günstige und gebrauchte Kleidung darf nach Größe und Geschlecht sortiert sein. Das Angebot im Laden sollte dabei stets sauber und nicht kaputt sein. Vielleicht lässt sich für solche Kleidung ein kleiner Ramschtisch mit entsprechender Aufschrift aufstellen.

Werbung und Marketing betreiben viele Second Hand Läden vor Ort. Aufstellschilder, ein Logo und möglicherweise eine gut positionierte Website könnten das Bild eines gut geführten Second Hand Ladens positiv beeinflussen.

Preisgestaltung

Second Hand Läden versprechen im Allgemeinen, dass die Preise getragener Kleidung um einiges niedriger ist, als es bei neuen Kleidungsstücken der Fall ist. So kann ein Pullover, welcher früher einmal 100 Euro gekostet hat, nun für 15 Euro erworben werden. Gründer sollten die Ware kennzeichnen und mit Preisen versehen, sich dabei allerdings einen kleinen Verhandlungspuffer einräumen. Gern gesehen wird auch der ehemalige Neupreis. Auch im Bereich Rabattaktionen wie „Nimm 3 Teile, zahle nur 2 Teile“ können sich Gründer eines Second Hand Ladens frei austoben. 

Bilder: www.pixabay.com

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